Der einmalige Orchideenmarkt im Dreiland – da blüht Ihnen was.

9. bis 11. April 2010 in der Alban-Spitz-Halle Rheinfelden/Minseln

Orchideenpflege - eine kurze Zusammenfassung

Orchideen lassen sich ebenso gut pflegen, wie andere schöne Pflanzen, die am Fensterbrett wachsen und blühen. Nur wenige Regeln sind dabei zu beachten:

Licht

Hell, aber keine grelle Sonne; bei starker Sonneneinwirkung mit Rollladen schattieren.

Luftfeuchtigkeit

Mit einer Sprühflasche fein Wasser vernebeln; damit die Pflanzen gut über den Tag abtrocknen können, sollte nur morgens besprüht werden, Knospen/Blüten dabei nicht benetzen. Nebeln zum Abend kann mit sinkender Temperatur die Pflanzen schnell faulen lassen.

Ausnahme:

In sommerlichen Hitzeperioden kann häufiger gesprüht werden. Zur Nacht sollte in den Blattachseln kein Wasser stehen bleiben.

Pflanzen die in Übertöpfen gehalten werden, sollten ausreichend freien Raum um sich haben. Am Boden des Übertopfes empfiehlt sich eine Schicht aus grobem Hydrogranulat oder Steinchen, damit der Pflanztopf nicht im Wasser steht.

Giessen

Nicht so häufig, im Winter seltener im Sommer bis etwa zwei Mal pro Woche. Der Pflanzstoff sollte nicht austrocknen. Wenn Sie unsicher sind, dann machen Sie die „Fingerprobe“, stecken Sie den Finger ruhig seitlich in das Substrat, wenn bis weit in den Topf hinunter Trockenheit herrscht, dann aber schnell giessen.

Merke

Lieber täglich nebeln als zu häufig giessen. Orchideen sitzen in ihren Herkunftsländern meist in den Astgabeln und Baumkronen der Regenwaldbäume. Der tägliche warme Regen geht nur kurzfristig nieder, danach trocknen die Pflanzen zügig ab, da sie sich mit ihren Wurzeln nur am Baum festhalten und nicht im Substrat wachsen. Hierin liegt auch das Geheimnis des Düngens. Die Kost für Orchideen stammt im Urwald nur aus im Regen gelöstem Schwebstaub - ist also entsprechend mager.

Düngen

Ein Mal wöchentlich mit einem handelsüblichen Orchideendünger oder mit einem regulären Pflanzen- /Blütendünger allerdings auf die Hälfte der normalen Dosis für Zimmerpflanzen verdünnt.

Wenn die Pflanzen verblüht haben, dann kann man die Düngung in größeren Zeitabständen vornehmen.

Wasser

Verwendet wird eher weiches Wasser. Dinkelberg und Wiesental verfügen über recht gutes Wasser. Auch das Regenwasser kann benutzt werden. Der Verfasser dieser Pflegetipps verwendet eine Woche Regenwasser und eine Woche Leitungswasser im Wechsel. MERKE: Das Wasser - egal ob zum nebeln oder giessen - muss abgestanden sein und Zimmertemperatur haben.

Lüftung

Orchideen sind Frischluftfanatiker aber sie mögen keinen Durchzug. Achten Sie besonders darauf, wenn Sie auch ein paar Pflanzen in der Küche kultivieren. Da wird schnell mal das Fenster „auf Kipp gestellt“ und das kann für die Orchideen tödlich sein.

Transport

Nach dem Kauf oder als Präsent: Orchideen schaffen es nicht, den Wochenendeinkauf im überhitzten Auto zu überleben. Ebensowenig mögen sie den Transport im leichten Seidenpapier während kalter oder frostiger Witterung. Wenn Sie Orchideen kaufen, tragen Sie die Schätzchen direkt nach Hause!

Gleichgültig ob Sie Schnittblumen oder Topfpflanzen erstehen, der direkte Weg in die heimischen vier Wände garantiert eine lange Freude am Blütenflor.

Inzwischen können Orchideen auch preiswert bei Bau- und Supermärkten erstanden werden. Aber Augen auf! Ob des steigenden Interesses werden diese Anbieter übermütig! Es ist bekannt, dass die Preise sich vor Festtagen, auch Valentins- und Muttertag explosionsartig nach oben bewegen. Die Ware ist es aber oft nicht wert. Unlängst konnte ich wieder beobachten, wie in einem Baumarkt eine Orchideenpflanze in stinknormale Pflanzerde eingetopft wurde. Die Pflanze gab es für 30 € in den Übertopf eingepflanzt. Eine doppelte Garantie, für das baldige Dahinscheiden der Orchidee. Die Pflanzen gleicher Qualität waren vor einer Woche über 10 € preiswerter. Achten Sie beim Kauf auf unverletzte Blätter und Blütenknospen, bei transparenten Töpfen auf grünliche Wurzeln in feuchtem, nicht triefend nassen Substrat und unverletzte silbriggraue Luftwurzeln.

Orchideen umtopfen – eine Aktion der AWO Ortsverein Minseln

Im Umkreis strahlen häufig schöne Phalaenopsis-Pflanzen an Wohnungsfenstern. Ganz ungläubig hatte ich mir in meiner Nachbarschaft eine Pflanze angesehen. Sie hatte eine Vielzahl Blüten wie angeklebt zur Fensterscheibe ausgebildet. Es lag der Verdacht nahe, es handelt sich um eine Kunstblume. Doch nun konnte ich einen Blick auf die Pflanze werfen, und die sieht leider stark mitgenommen aus. Das Umtopfen ist dringend angezeigt, sonst blüht sie sich zu Tode.

Tipp

Natürlich kann man eine schnellere Folgeblüte erreichen, wenn man bei Phalaenopsis die Rispe nachdem sie abgeblüht ist, nicht am Ansatz abschneidet, sonder dort, wo die erste Blüte saß.

Substrat

Wenn Sie feststellen, dass die Pflanzen schlapp im Substrat stehen, und kein Wasser mehr aufnehmen, dann ist Zeit zum umtopfen. Die Meinungen der Fachleute über die Umtopfintervalle gehen auseinander. Eine Gruppe spricht vom jährlichen Wechsel, eine andere Gruppe spricht vom zweijährlichen Umtopfen.

Die erste Umtopfaktion im vergangenen Jahr zeigte die unterschiedlichsten Notlagen und erkrankten Pflanzen. Häufig war der Satz zu hören „.... die stoht scho lang in däm Haafe...“ Da staunt der Fachmann, der sich über Jahrzehnte mit seinen vielen Pflanzen abmüht, lebt und leidet. Nun - der grüne Daumen und eine gute Portion Glück waren da wohl auch im Spiel.

Wenn Sie Ihr Hobby weiter auf Orchideen ausrichten wollen, dann denken Sie bitte daran, beim Gärtner, im Pflanzencenter oder im Baumarkt stets nach Orchideensubstrat zu fragen. Es ist eben keine „Erde“ – der Pflanzstoff enthält Baumrinden, Styroporflocken, Moos, anteilig auch Schaumgummi und Torf und er ist häufig auch vorgedüngt. Orchideenliebhaber und Züchter stellen sich ihre eigenen Mischungen her.

Tipp

Wenn Sie mehrere Pflanzen haben, achten Sie auf Töpfe aus einem Material, also nicht Tontöpfe und Plastiktöpfe zusammen stellen. Das Substrat trocknet unterschiedlich ab. Bedenken Sie, dass Pflanzen bereits beim Kauf in zu kleinen Töpfen stehen. Es empfiehlt sich, nach der Blüte bereits umzutopfen, da die Pflanzen oft in recht abenteuerlichen „Sparsubstraten“ kultiviert wurden. Da findet sich schon mal Steinwolle (führt gern zu Fäulnis) und zerbröselte Blumensteckmasse. Ausserdem können Sie Ihre Pflanzen besser versorgen, wenn Sie alle im gleichen Pflanzstoff stehen.

Wenn Sie das Glück haben, und an einer Rispe bildet sich ein kleines Pflänzchen, dann belassen Sie es an der Rispe bis es etwa drei eigene kleine Blättchen und ein paar silbergraue Wurzeln gebildet hat - besprühen nicht vergessen. Ist es groß genug, dann schneiden Sie es mit einem Stück der alten Rispe ab und pflanzen es in Substrat ein. Häufiges besprühen ist dann besser als giessen.

WARNUNG

Selbst erfahrene Orchideenzüchter raten nicht zu einer Kultur in Seramis. Es gibt in verschiedenen Büchern den Hinweis, dass die Kultur in Seramis sehr einfach ist. Seramis ist sicher ein gutes Versorgungssystem für Pflanzen, die in handelsüblicher Pflanzerde gezüchtet wurden. Orchideen dagegen legen Wert auf durchlässiges, luftiges Substrat, in dem die Wurzeln Halt finden, nicht aber in der Nässe stehen. Seramis hat auch die Eigenschaft, sich mit der Zeit zu zersetzen – das würde die Wurzelporen der Orchideen verstopfen. Fäulnis und Pilze hätten gute Nahrung und die Pflanze erstickt.

Achtung

Wenn Sie umtopfen, dann stecken Sie die bislang entstandenen silbergrauen Wurzeln nicht alle in das Pflanzsubstrat – es handelt sich um die Haft- oder Luftwurzeln. Nehmen Sie sich doch mal ein Vergrößerungsglas zur Hand, benetzen Sie eine der silbergrauen Wurzeln und sehen Sie, wie sich die Wurzel verändert. Die Wurzel wird grün, nimmt den Wassertropfen auf und färbt sich wieder silbergrau. So werden Feuchtigkeit und Nährstoffe aus der Umluft in die Wurzel eingeschlossen und der Pflanze zur Verfügung gestellt. Ähnlich verhalten sich auch die Blätter - sie verfärben sich zwar nicht, öffnen aber Poren und nehmen Nährstoffe (Düngerwasser) und Wasser auf.